Du, dein Hund und die Konsequenzen

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Konsequenzen beim Hund

Was geschieht, nachdem du ein Knöllchen für zu schnelles Fahren bekommen hast? Was passiert, nachdem der Arzt dir gesagt hat, dass dein Cholesterinspiegel besorgniserregend hoch ist? Was passiert, wenn dir dein Ehepartner androht, dich wegen deines Verhaltens zu verlassen? Was passiert, wenn dein Bankberater dir sagt, dass du viel mehr ausgibst, als du einnimmst?

Nun, wenn dir irgendetwas, von dem, was oben genannt wurde, etwas bedeutet, dann wird so einiges passieren. Zum einen wird sich ein Gefühl der Angst entwickeln (was wird wohl passieren, wenn ich dies nicht ändere oder jenes wieder mache?). Zum anderen wirst du wohl auch ernsthaft nachdenken (vielleicht nützt mir diese Entscheidung/dieses Handeln, selbst wenn ich es momentan für einen kurzen Moment genieße, langfristig gar nicht). Und drittens sollte es dazu führen, dass du in Zukunft bessere Entscheidungen triffst (wenn dir die Konsequenzen wichtig sind, dann sollte dies dazu führen, dass du das nächste Mal bessere und gesündere Entscheidungen triffst).

Bei dem oben genannten dreht sich alles um Verhalten und die möglichen Konsequenzen. Konsequenzen sind die Ergebnisse unserer Entscheidungen und Taten. Und sie haben auch einen Sinn. Ihr Sinn und Zweck ist es, uns daran zu erinnern, dass das, was du tust, dich und deine Lebensqualität in Gefahr bringt. Und wenn du Konsequenzen von dieser Seite aus betrachtest, dann könntest du sie auch als Geschenk sehen – ein Geschenk, welches es dir ermöglich, dein Verhalten, dass dich in Gefahr bringt, zu überdenken, zu korrigieren und zu ändern.

Die Konsequenzen für deinen Hund sollten die gleichen Ergebnisse hervorrufen. Natürlich wird der Kontext ein anderer sein – Dein Hund wird weder mit dem Geld prassen, noch zu viel Eiscreme essen oder über die Autobahn rasen. Aber vielleicht stürmt er immer zur Eingangstür, springt an Leuten hoch, attackiert andere Hunde im Haus, bellt exzessiv, springt auf die Ablagen, verteidigt sein Essen, zieht wie verrückt an der Leine oder zerstört deine Inneneinrichtung. Alle diese Verhaltensmuster beeinflussen die gesamte Lebensqualität deines Hundes und auch deine eigene.

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Jeden Tag werden Hunde, die zur Tür stürmen, von Autos überfahren und jeden Tag werden Hunde wieder ins Tierheim zurückgebracht, weil sie springen, bellen, verteidigen, zerstören, usw. Dies ist ein ernst zu nehmendes Problem.

Jedoch in unserer heutigen hundehaltenden Kultur scheinen Konsequenzen sehr verpönte Dinge zu sein. Dies sind Dinge, von denen viele behaupten, dass sie gefährlich für das mentale und emotionale Wohlbefinden deines Hundes seien und dass diese Dinge sich auch nachteilig auf eure Beziehung auswirken würden. Am besten wäre es also, das Schlechte zu ignorieren und das Gute zu fördern, oder?

Was wäre aber, wenn das Leben genauso zu uns wäre? Was wäre, wenn der Polizist dein Rasen ignorieren würde und dir stattdessen „Toll gemacht!“ nachrufen würde, wenn er sieht, dass du zu schnell fährst? Was wäre, wenn dein Arzt deine Cholesterinwerte ignorieren würde und sagen würde “Toll gemacht, du hast schon zwei Pfund abgenommen!”? Was wäre, wenn dein Ehepartner darüber hinwegsehen würde, dass du nicht mit Ärger und Stress umgehen kannst und dir stattdessen zuflüstern würde „Heute Abend warst du so lieb“ weil du zur Abwechslung mal nicht ausgeflippt bist? Und was wäre, wenn dein Bankberater deine Geldverschwendung ignorieren würde und stattdessen sagen würde „Schön, dass sie diese Woche nur 2.000 mehr ausgegeben haben, als sie einnehmen. Sonst sind es ja immer 5.000 mehr!“?

Folgendes würde gesehen: anstatt die schwerwiegenden Diskussionen zu führen, was deine Taten anrichten (und die Gefahren, in die du dich damit begibst), wäre es dir möglich, weiterhin zu glauben, dass die Dinge gar nicht so ernst und schlimm sind, wie sie in Wahrheit aber sind. Und dieses Fehlen von klar vorgebrachten Konsequenzen für ungesundes verhalten würde dich direkt noch weiter in die Gefahrenzone schicken. Indem wir nicht direkt darüber reden, was okay ist und was eben nicht indem wir die wahre Tragweite unserer Handlungen ignorieren. Indem wir Dinge priorisieren, die sich eher „gut“ als wahr anfühlen, reiten wir uns direkt selber ins Vergehen.

Und genauso verhält es sich mit Hunden. Wir sagen ihnen nicht eindeutig, wenn etwas nicht in Ordnung ist. Wir ignorieren das Schlechte und belohnen das Gute. Wir vermitteln unseren Hunden nur einen bruchteilhaften Einblick in die Realität und dann lassen wir sie den Preis für den Mangel an Klarheit und Wahrheit zahlen. Menschen, die dir raten, das Schlechte zu ignorieren und das Gute zu belohnen, sind Menschen, die Realität und die allgemein gültige Realität nicht in Einklang bringen können. Die Wahrheit der Schönheit von Konsequenzen. Die Schönheit zu wissen, was akzeptabel, gesund und gewollt ist und was nicht erlaubt, gefährlich und absolut unangemessen ist.

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