Warum ich keine Leckerlie benutze, um mich mit Hunden zu verbinden

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Warum ich keine Leckerlie benutze, um mich mit Hunden zu verbinden

Warum ich keine Leckerlie benutze, um mich mit Hunden zu verbinden.
Es ist wunderbar, wie Hunde sich mit Menschen verbinden, die mit sich selbst verbunden sind. Hunde tun das aus ihrer Natur heraus, es ist das, was sie sind. Sie spüren, ob der Mensch sich bewusst und präsent ist und werden dann auf natürliche Weise Kontakt mit ihm aufnehmen und sich mit ihm verbinden. Es besteht keine Notwendigkeit, dies zu „trainieren“ oder dies zu „belohnen“.

Ich vergleiche es gerne mit einem Kind, welches mit der Mutter in Verbindung steht. Das ist für das Kind selbstverständlich, wenn es sich bei der Mutter sicher fühlt, wenn die Mutter liebevoll und warmherzig ist. Aber was wäre, wenn die Mutter das Kind dafür belohnen würde? Dass das Kind jedes Mal, wenn es sich mit seiner Mutter in Verbindung setzt, indem es in ihrer Gegenwart sein will, indem es ihre Hand nimmt oder sie umarmt oder küsst, eine Süßigkeit erhält? Und die Mutter sagt: Ja! Das ist das Richtige! Weil Du das tust, erhalst Du eine Süßigkeit!

Nach ein paar Mal verlor das Kind das echte Gefühl, sich mit seiner Mutter verbinden zu wollen. Es „verband“ sich mit der Süßigkeit und dachte: Ich möchte eine Süßigkeit, also gehe ich zu meiner Mutter und gebe ihr eine Umarmung. Die Umarmung selbst verlor ihre Bedeutung. Während des Umarmens dachte das Kind bereits über „die Belohnung“ nach. Auch die Mutter wird die ganze Zeit Süßigkeiten bei sich tragen, denn wenn das Kind zu ihr kommt, hat sie das Gefühl, dass sie das belohnen muss. Auch die Mutter kann sich nicht mehr verbinden, weil sie auch schon darüber nachdenkt, wie und wann sie das Kind belohnen soll. Beide sind nicht mehr verbunden, die Verbindung hat an Reinheit verloren …

Natürlich verstehst du sofort, dass dies so nicht gemacht wird und dass dies auch der Grund ist, warum eine Mutter dies nicht tut, es ist einfach nicht „richtig“. Es würde die natürliche Verbindung zwischen Mutter und Kind unterbrechen.

Aber was ist mit Den Hunden? Sehen wir das nicht oft? Seien wir doch mal ehrlich. Auf meiner Suche nach einer tieferen Verbindung mit Hunden muss ich zugeben, dass ich es auch versucht habe …

Und es fühlte sich unglaublich an!

Denn nachdem Ich meinen Hund nur ein paar Mal mit einem Stück Wurst belohnt hatte, um sich mit mir zu verbinden, kam er von dem Moment an auf mich zu, als er mich auftauchen sah. Wow, manchmal rannte er auch regelrecht auf mich zu! Das war großartig! Und das war noch nicht alles, einige der Hunde mit denen ich so arbeitete, klebten wie Klebstoff an mir, überall wo ich hin kam, kamen sie mit.

Leider hielt dieses unglaubliche Gefühl nicht lange an …

Die Momente, in denen Hunde zu mir kamen, um sich zu „verbinden“, begannen sich anders anzufühlen. Es fühlte sich unangenehm und unnatürlich an. Zuerst wusste ich nicht genau, was es war, aber dann wurde mir immer klarer … Es ging nicht mehr um mich oder uns oder um die Verbindung untereinander, obwohl es so begann.

Jetzt ging es um die Belohnung.

Einige Hunde zeigten mir dies sehr deutlich, während andere Hunde sehr subtile Erwartungen hatten… Man konnte es kaum sehen, aber zum Beispiel ging ihr Blick für den Bruchteil einer Sekunde nur leicht in Richtung meiner Hand oder Tasche. Für jemanden der nicht genau aufpasste, war es nicht einmal bemerkbar, aber diese kleine, kurze, fast unsichtbare Bewegung hat eine traurige Botschaft hinterlassen …

Die Verbindung war nicht mehr ohne Erwartungen. Nicht für den Hund, aber auch nicht für mich. Daher war es keine wahre Verbindung …

Ich brauche nicht zu sagen, dass ich aufgehört habe, meine Hunde zu „belohnen“, für die Aufmerksamkeit die sie mir schenkten oder wenn sie zu mir kamen. Die ersten Tage kamen sie immer noch rennend auf mich zu. Nach ein paar Tagen kamen sie auf mich zu und als sie herausfanden, dass es keine Leckerlie gab, drehten sie sich um und gingen weg. Nach ein paar Tagen nahmen sie keine Notiz mehr von mir …

Aber es machte mir nichts aus, von diesem Moment an wusste ich, dass ich nur Zeit mit ihnen verbringen musste, wo ich einfach ich selbst sein musste und vor allem präsent sein. Das allein ist schon wahre Verbindung.

Und wenn ein Hund zu Dir kommt oder er nicht zu Dir kommt, wenn er neben Dir steht oder in einiger Entfernung herumliegt oder seiner Nase folgt, spielt es keine Rolle. Manchmal wollen sie sehr nah sein, manchmal wollen sie mehr Distanz. Dank meines Experiments mit Leckerlies habe ich das starke Gefühl, dass eine echte Verbindung nur durch natürliches Zusammensein hergestellt werden kann.

Ohne Erwartungen zusammen zu sein, ist der erste Schritt. Einfach zusammen sein, zur Freude. Das muss man nicht belohnen.

Ich möchte hier hinzufügen, dass ich überhaupt nicht gegen Leckerlis bin! Manchmal gebe ich Hunden Leckerlies, aber nur zum „Trainieren“ oder wenn die natürliche Verbindung bereits besteht. „Training“ bedeutet für mich, dem Hund etwas beizubringen, das für ihn unnatürlich (wie z.B. Sitz, Platz…) oder schwer zu verstehen ist. Dann können Futterbelohnungen für viele Hunde sehr hilfreich und motivierend sein. Ich benutze Futterbelohnungen, wenn ich das Gefühl habe, dass es dem Hund hilft, sich während des Trainings mehr zu engagieren und sich motivierter zu fühlen.

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